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Geschichte > Traisa

Stand: 13.06.2013

 

 

 



 

Persönlichkeiten


Bernhard Adelung


* 30. November 1876 in Bremen; † 24. Februar 1943 in Darmstadt; war ein sozialdemokratischer Politiker und Staatspräsident des Volksstaates Hessen. 1903 wurde er in den Landtag des Großherzogtums Hessen-Darmstadt, der 1919 in den Landtag des Volksstaates Hessen überging, gewählt; er gehörte ihm bis zur Auflösung durch das NS-Regime 1933 an. Ab 1920 bis 1928 war Adelung in Mainz Bürgermeister, wobei er immer wieder mit der französischen Besatzungsmacht in Konflikt kam und zweimal in den unbesetzten Landesteil nach Darmstadt ausgewiesen wurde.

1928 wurde Adelung Staatspräsidenten (entspricht dem heutigen Ministerpräsidenten) des Volksstaates Hessen gewählt. Nach der Amtsenthebung durch die Nazis im Frühjahr 1933 im Rahmen der Machtergreifung lebte er zurückgezogen im Ruhestand. ist auf dem Mainzer Hauptfriedhof bestattet. (Quelle: Wikipedia)

Von 1933 bis 1939 wohnte Adelung mit seiner Familie in Traisa, Hügelstraße 10.

Johann Albert Dippel

Zweifelsfrei geht der Name Dippelshof auf ein Mitglied der seit 1678 in Nieder-Ramstadt ansässigen Pfarrerfamilie Dippel zurück. Bei dem Käufer des verwüsteten Obertraisaser Hofes handelt es sich nicht, wie lange Zeit angenommen, um den Theologen und später auch als Chemiker bekannt gewordenen Johann Konrad Dippel, „der im Zeitalter des Pietismus zu den führenden Geistern in ganz Deutschland gehörte“, sondern um dessen jüngeren Bruder Johann Albert – geboren im März 1678 in Nieder-Ramstadt.

Albert Dippel wollte – und sollte nach dem Willen seines Vaters – dessen Nachfolge in der Pfarrstelle des Kirchspiels Nieder-Ramstadt werden. Durch Intrigen wurde das verhindert. Aus Enttäuschung über die versagte Beförderung, vielleicht auch aus Verdruß über die 1704 gegen seinen Bruder Johann Konrad verhängte Disziplinaruntersuchung (wegen seiner theologischen „Ketzereien“), wechselte Johann Albert 1704 und 1709 von der Theologie zur Medizin über.

In das Jahr 1710 fällt dann der Erwerb des Obertraisaer Hofes durch Johann Albert. Sein Bruder Johann Konrad kann es nicht gewesen sein, denn der befand sich zu dieser Zeit in Holland, um sich vor den Nachstellungen des hessischen Konsistoriums in Sicherheit zu bringen. Johann Albert hatte offenbar die Absicht, sich einen Familiensitz zu schaffen und sich als Landwirt zu betätigen.

Dippel hatte sich aber offenbar finanziell übernommen. Auch eine in Aussicht gestellte vierjährige Befreiung von allen Abgaben schaffte ihm nicht ausreichende Entlastung, so daß er schon 1713 den Hof verkaufte.

Die sehr kurze Zeit von Dippels Sitz auf dem Obertraisaer Hof (1710 – 1713) hat aber genügt, um seinen Namen unlösbar mit seinem Namen zu verbinden. „Der Grund ist darin zu suchen, daß Johann Albert Dippel das Verdienst zukommt, das verwüstete Anwesen wieder zum Hof gemacht zu haben. Dann war er auch neben seinem Bruder Johann Konrad die interessanteste und bekannteste Persönlichkeit der hiesigen Gegend in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.“
(nach Gernot Scior)

 

Friedrich Wilhelm Bullrich

Geboren am 19. Feb. 1847, gestorben am 11. März 1926.

Oberstleutnant Friedrich Wilhelm Bullrich aus Herrnstadt (Bezirk Liegnitz) in Schlesien erwarb 1898 den Dippelshof als Familiensitz. Danach nahm Bullrich seinen Abschied und widmete sich dem weiteren Ausbau des Obstgutes Dippelshof. 1908 bis 1910 ließ er den Jugendstilanbau errichten, wodurch der Hof den Gesamteindruck eines Herrensitzes erhielt. Bis zu seinem Verkauf 1956 blieb der Dippelshof im Familienbesitz.

Für die Gemeinde Traisa erwies sich der Sitz der großzügigen Persönlichkeit Bullrichs auf dem Dippelshof als äußerst vorteilhaft. Die Steuerzahlungen des sehr vermögenden Mannes übertrafen das gesamte Steueraufkommen der damaligen Gemeinde Traisa. Von diesen Steuergeldern, aber auch von Spenden Bullrichs konnte die Gemeinde die Schule, Straßen, Wasserleitung und anderes finanzieren. Während zweier Winter ließ Bullrich den auf den Dippelshof führenden Weg, der völlig versandet war, mit Steingeröll befestigen.

Im September 1905 ernannte die Gemeinde Traisa Friedrich Wilhelm Bullrich zum Ehrenbürger Traisas. Die „Odenwälder Neuesten Nachrichten“ berichten darüber am 12.9.1905 u.a.: „Das betr. Diplom wurde ihm von einer Deputation unter Führung des Herrn Bürgermeister Walter überreicht und von ihm unter herzlichen Dankesworten angenommen, somit das erfreulich freundliche Verhältnis besiegelt“.

Der Privatfriedhof für Friedrich Wilhelm Bullrich und seine zweite Frau Marie Antoinette
mit Gedenksteinen für die im Ersten Weltkrieg umgekommenen Söhne befindet sich in unmittelbarer Nähe des Dippelshofes auf einer nicht zugänglichen privateigenen Grundstücksparelle. Daher ist die Grabanlage nicht zugänglich.

Von den vier Söhnen Bullrichs fielen zwei im Ersten Weltkrieg, ein anderer verstarb früh. Der vierte Sohn, der wegen seines angegriffenen Gesundheitszustandes in Nonnenhorn am Bodensee lebte, setzte nach dem Tode der Eltern (1926 und 1934) Verwalter ein, konnte damit aber den Niedergang des Gutes nicht verhindern, so daß die Familie Bullrich den Dippelshof 1956 verkaufte.

Johann Albert Dippel

Johann Albert Dippel, der Bruder des berüh
mten Theologen, Alchemisten, Anatom und Arzt, wurde am 16.3.1678 in Nieder-Ramstadt als Sohn des Pfarrers Johann Philipp seine Ehefrau Anna Eleonora geboren. Zunächst hatte Johann Albert Dippel Theologie studiert und war von 1700 bis 1704 seinem Vater als Pfarradjunkt (Gehilfe) im Kirchspiel Nieder-Ramstadt, Traisa und Waschenbach beigeordnet, der infolge Asthmabeschwerden seinen Dienst nur mühsam verrichten konnte. Eigentlich sollte Johann Albert Dippel seinem Vater im Amt des Pfarrers in Nieder-Ramstadt folgen. Doch kurz vor Ablegung seines Examens starb Vater Johann Philipp Dippel, und das Definitorium schlug den Pfarrer Johann Justus Lynker vor, der auch in die Stelle berufen wurde.

Albert Dippel hat nach dem Tode seines Vaters die Theologie aufgegeben und Medizin studiert. 1710, als er in Nieder-Ramstadt vermutlich als Arzt praktizierte, baute er den Obertraisaer Hof wieder auf, den er durch einen Verwalter bewirtschaften ließ. Aus wirtschaftlichen Gründen hat er anscheinend aufgegeben und den Hof 1713 verkauft. Er hat sich dann wahrscheinlich in Grünberg (Oberhessen) als praktischer Arzt betätigt. Trotz seiner nur kurzen Tätigkeit als Hofbesitzer ist der Name Dippel bis auf den heutigen Tag erhalten geblieben, denn seit 1793 wird der ehemalige Obertraisaer Hof auch in amtlichen Unterlagen Dippelshof genannt.


Gustav Krämer

Geboren am 27.4.1909, gestorben am 9.5.1991

Gustav Krämer (SPD), von 1963 bis 1973 Landrat im damals selbständigen Kreis Darmstadt . . . Als Nachfolger des ersten Nachkriegslandrates Georg Wink schuf er in diesem Jahrzehnt Grundlagen, von denen die Bürger noch heute profitieren.“ Das schrieb das Darmstädter Echo 1989, als Krämer achtzig Jahre alt wurde.

Weiter das Darmstädter Echo: „Am 30. April 1973,
drei Tage nach seinem vierundsechzigsten Geburtstag, gab Krämer sein Amt überraschend auf. . . . Krämers spontane Entscheidung erfolgte weniger, wie damals angegeben, aus gesundheitlichen Gründen, sondern vielmehr deshalb, weil er mit den Auswirkungen der Gebietsreform auf kleinere Gemeinden, denen seine Zuneigung galt, nicht einverstanden war.“

Das Darmstädter Echo fünf Jahre zuvor zu Krämers 75.: „Gustav Krämer ist kein Freund dieser Reform (der Zwangsvereinigung seither selbständiger Gemeinden). Er verstand sich als Vater des Kreises und sah seine Funktion als Landrat in hohem Maße als Berater ‚seiner Gemeinden‘ . . .“

Joachim Leicht: „Gustav Krämer hat zur rechten Zeit die notwendigen Entscheidungen getroffen und es verstanden, andere von der Richtigkeit seiner Gedankengänge zu überzeugen und für seine Ideen zu begeistern. . . . Dabei trat Gustav Krämer als Landrat nie großspurig auf, sondern eher bescheiden. Er führte sein Amt mit Umsicht und Besonnenheit, erstaunte dabei aber immer wieder seine Gesprächspartner, mit welchen Nachdruck er die Belange des Kreises und seiner Gemeinden zu vertreten verstand. . . .“

Gustav Krämer entstammt einer einheimischen Traisaer Familie. Wie seine männlichen Vorfahren trat er von Jugend an für die Arbeiterbewegung und die Sozialdemokratie ein. Gleich nach Ende des Krieges wurden ihm verantwortliche Aufgaben beim Aufbau demokratischer Einrichtungen übertragen. 1954 bis 1963 gehörte er dem Hessischen Landtag an, 1958 bis 1963 der Gemeindevertretung Traisa. 1952 bis 1956 war er Vorsitzender des Kreistages, anschließend bis 1963 Stellvertreter des Landrates, bevor er bis 1973 selbst Chef im Landratsamt wurde.

Zum 30. April 1973 trat Gustav Krämer vom Amt des Landrates zurück, weil er die Politik des Landes zur Auflösung der kommunalen Eigenverantwortung der kleinen Gemeinden nicht verantworten wollte.

1978 verlegte die Familie Krämer ihren Wohnsitz ins neue Eigenheim in Frankenhausen.

Bürgermeister Philipp Walther:

Text
Volker Teutschländer

Quellen:
Karl Dehnert †
Gernot Scior
Wikipedia



Mehr über den Dippelshof:






Bernhard Adelung
(1876 - 1943)



Landrat Gustav Krämer
(1909 – 1991)