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Geschichte > Trautheim > Persönlichkeiten

Stand: 19.02.2013

 

 

 


 

Der Maler Heinz Hohmann

Autor:
Helmut Rückert



Der Maler Heinz Hohmann besaß mit seiner Familie im Kirchbergweg seit langem ein Gartenhaus. Hohmann war der Sohn eines Darmstädter Druckereibesitzers und erhielt eine Ausbildung als Maler in Straßburg, München, Paris und Berlin. Besonders seine Pariser Zeit 1910/11 prägte seinen späteren Malstil. Dort entstand eine Anzahl schöner Pastellbilder von Gärten und Architekturen. Nach dem Ersten Weltkrieg arbeitete Hohmann zuerst in der väterlichen Druckerei, bis er sich 1930 ganz seiner Malerei widmete.

Heinz Hohmann bezog 1937 sein kleines Wohnhaus im Kirchbergweg, wo er bis zu seinem Tode wohnte. Zahlreiche, fast durchweg kleinformatige Bilder sind in seiner Trautheimer Zeit entstanden, meist stille und fein empfundene Pastelle mit Motiven aus der Landschaft Trautheims und Nieder-Ramstadts, des Odenwaldes und des Vogelsbergs. Er liebte unscheinbare Motive, die sich wandelnden Farben in den Jahreszeiten, Wolken und Felder. Besonders in seinen letzten Jahren entstanden auch eindrucksvolle Portraits.

Der Tod seiner einzigen, geliebten Tochter und die Zerstörung seiner wirtschaftlichen Existenz - die Druckerei in Darmstadt war ein Opfer des Luftangriffes geworden - trafen ihn schwer. Nur mühsam konnte er den Lebensunterhalt für sich und seine Frau durch den Verkauf seiner Bilder zu bescheidenen Preisen bestreiten. Diesem Umstand ist es zu verdanken, daß heute so viele Trautheimer ihren "Hohmann" besitzen. Heinz Hohmann ist 1949 aus dem Leben geschieden.

Heinz Hohmann gehört einer Reihe von Trautheimer Künstlern und künstlerisch tätiger Mitbürgern an, deren Wirken über ihre engere Heimat hinaus geschätzt wird, wie die Bildhauerin Christel Schweitzer, von der man schöne, auf das Wesentliche zurückgeführte Tierplastiken und Collagen kennt, oder die Bildhauerin Margret Böning, die letzte Schülerin von Käthe Kollwitz. Als Porzellanmalerin hat sich Ria Schlereth einen Namen gemacht; eigenwillige Dekors und reizvolle Märchenmotive schmücken ihre Werke. Die Bilder des Paläontologen und Malers Otto Feist sind in Familienbesitz und der Öffentlichkeit leider nicht zugänglich. Seine eindrucksvollen, in satten Farben gehaltene Gemälde von Trautheimer Motiven zeugen von einer engen Beziehung zu seiner Wahlheimat. Zu den Künstlern unserer Tage gehört u.a. der Gymnasiallehrer, Maler, Fotograf und Lyriker Dieter Breiholz, Träger des Kunstpreises der Gemeinde Mühltal, einer Ehrung, die 1995 auch den beiden Architekten und Malern Horst und Thorsten Schmiedeknecht zuteil wurde. Kunstpreisträger vergangener Jahre waren Jens Meyer, Monika Platschke und Elke Laubner.

Außer diesen Künstlern prägte eine große Anzahl von Persönlichkeiten den Charakter Trautheims als weltoffene und eigenwillige Siedlung. Stellvertretend seien genannt die Juristin und Regierungsrätin Amalie Keller, die als eine der ersten Frauen in eine hohe Beamtenstellung berufen wurde, der Kunsthistoriker und Verfasser des Kunstdenkmälerwerks der Stadt Darmstadt Prof. Dr. Georg Haupt, und der Physiker Prof. Dr. Otto Scherzer, der maßgebend an der Entwicklung des Elektronen-Mikroskops beteiligt war.