Startseite

Frankenstein Freizeit Gemeinschaft Geografie Geschichte Mühlen Sehenswert

Kontakt:

 

 

 

Geschichte > Trautheim

Stand: 05.02.2013

 

 

 


 

Die Emmelinenhütte


Mehr als ein Forsthaus

Das Forsthaus Emmelinenhütte, Papiermüllerweg 1, Sitz der gleichnamigen Revierförsterei.

Nicht dieses 1905 errichtete, eher schmucklose Gebäude erinnert an die Geschichte der Emmelinenhütte, als vielmehr der auf das Haus übertragene Name ihrer Vorgängerin.

Schon seit 1789 ist auf den Karten dort, wo der Papiermüllerweg in den Nieder-Ramstädter Weg einmündet, eine Holzmacherhütte eingezeichnet, seit 1808 sind es sogar zwei Gebäude.

Üblicherweise betrieben die Holzmacher im spärlichen Nebenerwerb Schankwirtschaften, die nicht immer im besten Rufe standen. Spätestens seit 1814 hob sich die Emmelinenhütte davon ab, denn hier trafen sich drei Fürstinnen, Schwestern, Enkelinnen der „Großen Landgräfin“ Caroline – darunter Kaiserin Elisabeth Alexiewna, die Gemahlin des russischen Zaren Alexander I.

Die spätere Großherzogin Wilhelmine ließ die Holzmacherhütte zu einem bescheidenen Heim für eine verarmte Holzmacherfamilie ausbauen. Sie wurde bald zu einem beliebten Ausflugsziel.

„Der schöne Platz mit Tisch und Bänken versammelt häufig Spaziergänger vor dem kleinen Haus“ (Adolf Mitzenius, „Darmstadt, seine Wälder und Höhen, Bergstraße und Vorderer Odenwald“, 1871).

Den Pavillon bei der Emmelinenhütte gibt es seit Menschengedenken nicht mehr.

Den Namen Emmelinenhütte für das Forsthaus gibt es frühestens seit 1811, nämlich nach dem Mädchen Emmeline aus der seinerzeit populären Oper „Die Schweizer Familie“

Das Landesamt für Denkmalpflege begründet die Unterschutzstellung des Hauses als Kulturdenkmal am 7.9.2004 wie folgt:

Das 1905 versetzt errichtete Forstwarthaus „Emmelinenhütte“ wird zum Nachfolgebau, der Vorgängerbau zu Scheune, 1974 abgebrochen. Der von der Großherzoglichen Baubehörde Darmstadt erstellte Neubau wird nach Funktion und Waldumgebung in einfach kontrastierenden Formen ausgeführt. Ein Putzbau über Melaphyrbruchsteinsockel in wildem Verband, dabei die Gesimse aus rotem Odenwälder Sandstein, die Fensterprofile sowie Läden und Dachrinnen mit lebhaftem Ölfarbenanstrich gegen die glattgeriebenen Naturputzflächen abgesetzt. Als Rahmung der heute beeinträchtigend erneuerten Fenster jeweils nur Sohlbank und Fenstersturz ausgebildet. Über dem Hauseingang der Südseite ein kleines Pult-Vordach mit geschnitzten Kopfbögen. An der Ostfassade seht ein Hirschgeweih für die Bestimmung des mit einem Mansardenwalmdach abgeschlossenen Gebäudes.

Die Einfriedigung wurde abgestimmt straßenseitig mit einem Holzzaun auf Bruchsteinsocken zwischen gerundeten Sandsteinpfeilern ausgeführt.

Kulturdenkmal aus geschichtlichen Gründen im Zusammenhang seiner überkommenen Naturdenkmäler, des zu Bäumen gewachsenen Eibengebüschs mit der Erinnerung an den 1959 beseitigten Altar sowie einer von ehemals zwei alten Eichen am Ausgang des historischen Fahrwegs durch den Wald.“

 


.

.

 

Quelle:
125 Jahre Trautheim,
Helmut Rückert, 1996





Aufnahme 1998



Die Emmelinenhütte,
E. A. Schnitzspahn 1835
(verkleinerte Repro)



Die Emmelinenhütte, Zeichnung von Wilhelm Merck, 1817
(verkleinerte Repro)