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Geschichte > Trautheim

Stand: 04.03.2013  

 

 

 



 

Villen und Landhäuser


Das Haus Bopp, das erste Wohnhaus



Das Haus Bopp, zwar ein Sommerhaus, aber das erste Wohnhaus im heutigen Trautheim, 1871 noch einsam unterhalb von Kirchberg und Lindenberg in der landschaftlich schönen Gegend. Die „Datscha“ nahe der Forstwarthütte, der Emmelinenhütte, schenkte der Bankier Heinrich Bopp seiner Frau.

Das Haus Breiholz



Am Willgraben 10. Das Landesamt für Denkmalpflege begründet die Unterschutzstellung des Hauses als Kulturdenkmal am 7.9.2004 wie folgt:

„1941 von Architekt Wehner errichtetes zweigeschossiges Wohnhaus mit schlichtem Satteldach ohne Graupen. Generelle Merkmale eines Heimatschutzstils und Traditionalismus und aus dörflicher Tradition hergeleitet sind die giebelseitigen -auskragungen des Obergeschosses, die in Hirschzungen auslaufende Verbretterung von Kniestock und Giebel, die mit Klappläden versehenen Fenster vor der schlichten Putzfassade.

Traufseitig werden mit einer auch horizontal zweigeteilten Tür z.B. von südhessischen Bauernhäusern bekannte Bildungen aufgenommen. Typische Formen der 1930er und 1940er Jahre sind die Segmentbogenfenster, während die Ziegelverkleidung von Sockel und Rahmen der Eingangstür wie auch die seitlich der Tür angeordneten Querfenster samt Vorgitter Formbildungen der Moderne weiterführen. Der rückwärtige Giebel hat im oberen Bereich eine neue, großflächige Verglasung erhalten.“

Das Haus Eisenhut



Das 1912 vom Innenarchitekten Max Hill In der Röde 20 erbaute Landhaus besticht durch seine eigenwillige Form. Er gab seinem Haus diesen seltsamen Namen, weil sich das Dach wie ein Helm über das Haus stülpt.

Der Innenausbau des Hauses mit einer von Säulen getragenen Treppenhalle und einem großen holzgetäfelten Wohnraum im Erdgeschoss zeigt die künstlerische Begabung dieses eigenwilligen Mannes. Max Hill war Schüler von Joseph Maria Olbrich, dem maßgebenden Architekten der Künstlerkolonie Darmstadt.

„In das hohe Mansarddach ist loggienartig ein großer zentraler Einschnitt vorgenommen, der die symmetrische Erdgeschoß-Fassadengliederung unterstreicht. Als bedeutendes Beispiel der „Darmstädter Schule“ aus dem Umkreis von Olbrich ist das Landhaus als künstlerisch wertvolles Kulturdenkmal einzustufen.“ (Denkmaltopografie 1988)

Das Haus Floeth, die Villa Irene



Odenwaldstraße 13: Der Kaufmann Rudolph Vollrath, der die Geschichte des Ortes wesentlich beeinflusst hat, erwarb 1890 ein 10000 Quadratmeter großes Gelände „zwischen der Eisenbahn und der Emmelinenhütte „mitten im freien Feld gelegen“. Er errichtete 1892 auf dem heutigen Grundstück Odenwaldstraße 73 seine „Villa Irene“ nach den Plänen des Architekten Konrad Drott. Auf dem gleichen Grundstück errichtete er 1895 ein vegetarisches Speisehaus mit Gästezimmern, das spätere Kurhaus Trautheim.

Die Villa Irene wurde als Wohnhaus mit separater Remise errichtet und zeigt sich als differenziert gestalteter Bau mit gestaffelten Kuben im Westen und einer Hauptschauseite nach Süden hin, die durch einen polygonalen Erkervorbau, der bis in das Mansarddach hinauf reicht, betont wird. Die Fassade des eingeschossigen Baus wird beidseitig des Erkers von je einer Fensterachse gegliedert, die Keller- und Dachgeschossfenster in Form von hochrechteckigen, vergiebelten Gauben einschließen. Das Gebäude ist aufgrund seiner ortsgeschichtlichen Bedeutung aus geschichtlichen sowie aus künstlerischen Gründen als Kulturdenkmal geschützt. (Denkmaltopografie Darmstadt-Dieburg).

Das Haus Grubel/Frank



Papiermüllerweg 9a. Das Landesamt für Denkmalpflege begründet die Unterschutzstellung des Hauses als Kulturdenkmal am 7.9.2004 wie folgt:

Die Gruppe aus Wohnhaus und Wirtschaftsgebäude, von der Straße zurückgesetzt, am Waldrand, in Fachwerkbauweise mit traditionellen Verstrebungsformen vorindustrieller Zeit ist als zeittypische Anlage der 1930er und 1940er Jahr errichtet.

Das Haus Gengenbach



Das Haus Gengenbach, In der Röde 12, nach dem Namen der derzeitigen Eigentümer, in deren Familienbesitz es seit dem Ende der 1930er Jahre ist. Es wurde 1904 als erstes Haus in der Röde von der Familie Davidson gebaut. Der Mittelteil des Hauses, der sogenannte "Starenkasten" (schmal und hoch und von Traisa aus damals sehr gut zu sehen) stammt wohl noch von dem ursprünglichen Baukörper. Im Jahre 1929 wurde der linke Flügel, und im Jahre 1939 der rechte Flügel angebaut.

Das Landesamt für Denkmalpflege begründet die Unterschutzstellung des Hauses als Kulturdenkmal am 7.9.2004 u.a. wie folgt:

„ . . . großes Wohnhaus mit den Merkmalen des Traditionalismus Darmstädter Prägung [nach der Jahrhundertwende]. In der Ansicht dreigliedrig bei jedoch unterschiedlicher Gewichtung der querstehenden Glockengiebeltrakte zum straßenseitigen Mittelrisalit mit Satteldachabschluss. Vorgelagerter, jetzt geschlossener Altan. In der Ansicht von Osten durch horizontale Verschalung der Giebel mehr einfach ländlichen Charakters, der Wohnbereich nach Westen mit polygonalem Eckerker, versierten Fensteröffnungen und verschindeltem Glockengiebel, ansetzend über einer Gesimsverdachung, von repräsentativem Zuschnitt. Seltenheitswert besitzt das in den Bereich des Granitsockels eingebaute, ursprünglich erhaltene Garagentor. An der hölzernen Mansardtraufe Reste eines vermutlich in Gips gedrückten Ornamenntbandes erkennbar. Denkmal der Baugeschichte der Siedlung.“

Das Haus Kleukens



1911 errichtete Christian Heinrich Kleukens südlich der seitherigen Bauaktivitäten der neuen Siedlung, heute Alte Darmstädter Straße 37, ein kleines „Junggesellenhaus“. Es war das erste reine Wohnhaus neben Kurheimen und Sommerhäusern.

Christian Heinrich Kleukens erweiterte das Haus nach dem Ersten Weltkrieg zum Familienheim und 1924 um ein Atelier, in dem der Künstler, Schriftsteller und Dichter bis zu seinem Tode 1954 arbeitete.

Das untere Foto zeigt die Haustür des Kleukensschen Hauses, darüber in einer spitzbogigen Anordnung ein gebranntes Tonrelief von Adam Anthes, einem Künstler der Darmstädter Künstlerkolonie. Es zeigt drei tanzende Frauen und besitzt künstlerischen Denkmalwert (Denkmaltopographie Landkreis Darmstadt-Dieburg 1988).

Das Haus Ost



1905 erbaute der Darmstädter Spenglermeister Christoph Wamboldt auf der Ostseite der Alten Darmstädter Straße ein Sommerhaus, in das er nach dem Ersten Weltkrieg ganzjährig übersiedelte. Es ist das heutige Haus Ost, Alte Darmstädter Straße 36.

Dieses Haus wurde – wie viele der ersten Trautheimer Häuser – in unseren Tagen in seiner Struktur zwar verändert, doch ist die Vorderfront erhalten und in das neu entstandene Gebäude integriert worden.

Das Haus Politsch



Die Aufnahmen aus dem Jahr 2007 stellte das Büro Arcadia Immobilien GmbH Darmstadt zur Verfügung.

Das zweigeschossige Wohnhaus wurde im Landhausstil 1920/21 vom Architekten Walter von der Leyen erbaut. Über der breitgelagerten Fachwerkkonstruktion dominiert ein großes Walmdach mit breiten Fledermausgauben. Als bedeutender Bestandteil der Bauten von der Leyens ist es als künstlerisches Kulturdenkmal einzustufen.

Das Haus Rehfeld



Das Landesamt für Denkmalpflege begründet die Unterschutzstellung des Hauses als Kulturdenkmal am 7.9.2004 wie folgt:

Die repräsentativ gestaltete Villa liegt zurückversetzt in einem großenGartengrundstück und ist gänzlich verklinkert. Das mit einem hohen Mansarddach ausgestattete Gebäude entstand im Jahr 1929 durch die Familie Rehfeld. Es vereint in seiner Gestaltung traditionelle Motive wie das Mansarddach und die giebelseitige Fledermausgaube mit Elementen des Neuen Bauens wie in der Gestaltung der Fenster und des Eingangs sichtbar. Es ist aus künstlerischen und städtebaulichen Gründen als Kulturdenkmal geschützt. (Denkmaltopografie Darmstadt-Dieburg)

Das Haus Röder



Ein Haus, das Trautheim auch heute noch zur Zierde gereicht, ist das 1937 durch den Darmstädter Architektur-Professor Pinand für den Fabrikanten Hans Röder errichtete stattliche Haus In der Wildnis.

Röder nannte das im norddeutschen Stil mit dunkelroten Klinkern erbaute Haus „Alte Liebe“ in Erinnerung an die Bremer Heimat seiner Frau Gertrud.

Das Landesamt für Denkmalpflege begründet die Unterschutzstellung des Hauses als Kulturdenkmal am 7.9.2004 wie folgt:

„Wohnhaus des Darmstädter Herdfabrikanten Hans Roeder, errichtet 1937 von Jan-Hubert Pinand, Professor für Architektur an der TH Darmstadt. Zwei rechtwinklig gegeneinander stehende Trakte bei asymmetrisch heruntergezogenem Satteldach, die im Obergeschoss verbindend durchlaufenden, bandartig breiten Schleppgauben mit Rechtecköffnungen wie sie das gesamte Gebäude prägen, die vorwiegend von der Varietät des violetten Klinkers labenden Fassadenflächen bestimmen den Gestaltwert des Hauses. Kulturdenkmal als Werk des in der Region bedeutenden Architekten.“

Die Villa Rundblick



Die „Villa Rundblick“, heute Haus Bock, Odenwaldstraße 32, wurde 1906 im damaligen Landhausstil nach der Jahrhundertwende erbaut. Das war auch die Zeit der Gartenstadtbewegung, während der ein Verein „Gartenstadt Nieder-Ramstadt/Traisa“ das Werden der Siedlung Trautheim wesentlich gefördert hat.

Die Fotografie zeigt ein Gemälde von 1917, gezeichnet mit „Collete Georges“, im Besitz von Inge Bock.

Das ehem. Haus Schenck



Typisch für Trautheimer Häuser in der Zwischenkriegszeit. Am südlichen Rand Trautheims, am Klingenteich, erbaute 1933 der Sozialjurist Dr. Hans Schenck sein großes einstöckiges Holzhaus. Inmitten eines parkartigen ausgedehnten Geländes am Waldrand war war es in seiner Anlage typisch auch für andere Trautheimer Häuser dieser Zeit: Großzügig und individuell ganz auf den Bauherrn zugeschnitten.

Der bedeutende Wiener Architekt Prof. Franz Schuster hatte das Fachwerkhaus mit äußerer und innerer Verschalung entworfen. Ähnlich wie beim Dachhaus stand die Idee einer rationellen Bauweise im Vordergrund.

Das Haus machte von außen einen bescheidenen Eindruck, war aber innen wohnlich und großzügig. Trotz seiner Anerkennung als sozialgeschichtliches Baudenkmal wurde es in den 1990er Jahren abgebrochen.

Das Haus Steinmann



Alte Darmstädter Straße 4. Das typische Landhaus aus der Gartenstadtbewegung entstand als Wohnhaus des Kurt Georg Eschner im Landhausstil der Jugendstilzeit. Es ist heute gewöhnlich unter dem Namen eines späteren Eigentümers Steinmann bekannt, der in den 1960er Jahren hier ein Kaffeehaus betrieb.

Denkmaltopografie für den Landkreis Darmstadt-Dieburg 1988:

„Das eingeschossige Wohnhaus mit hohem gebrochenem Dach und Giebel zur Straße wurde 1911 im Landhausstil erbaut. Der gut gegliederte Baukörper mit herausgearbeitetem Erker im Erdgeschoss und überdachtem Fenstererker im Giebelfeld sowie halbrund geschlossenen Fenstern in den Gauben dokumentieren den Landhaus-Architekturstil.“

Das Haus Velte



Typisches Landhaus der zwanziger Jahre des 20. Jh. Am Eintritt des Lindenbergweges in den Wald steht das Haus Velte, auffallend mit der großzügigen breiten Terrassenfassade, den hohen Fenstern und Türen in harmonischen Farben. Der Kirchenmaler und Restaurator Hermann Velte sen. hat es 1920 durch Ausbau einer hierher versetzten Scheune errichtet (Lindenbergweg 5).

Bauherr Hermann Velte sen. hat bis zu seinem Tode 1946 etwa 240 Kirchen in Süddeutschland renoviert, restauriert und ausgemalt. Sein Sohn Hermann Velte jun. hat die künstlerische Begabung seines Vaters wie auch die Liebe zur Kirchenmalerei geerbt. Das gleiche gilt für dessen Tochter Gisela, die viele Jahre zusammen mit ihren Vater die berufliche Tradition Velte fortgeführt hat. (3 Generationen Kirchenrestaurateure!).

Zum Haus schreibt die Denkmaltopographie des Landkreises Darmstadt-Dieburg 1988: „Nach dem Entwurf von Prof. Dr. Heinrich Walbe wurde 1919 – 1920 das breitgelagerte Einfamilienhaus mit überdachter Veranda als typisches Landhaus der 20er Jahre unter Aufnahme verschiedener Elemente und Typen des deutschen Bauernhauses errichtet. Die Gartenanlage wurde sorgfältig auf die Architektur bezogen und ist als Sachgesamtheit zusammen mit dem Landhaus aus künstlerischen Gründen zu erhalten.“

Beim Bau des Landhauses 1920 verwendeten die Bauherren das vollständige Gebälk der Scheune der stillgelegten Unteren Quicksmühle in der Bahnhofstraße Nieder-Ramstadt. Das war die Mühle ihres Großvaters Wendel Wilhelm Spengler, berichten seine Enkel Wilfried und Hugo Spengler.

Das Haus von der Leyen



Bauherr Walter von der Leyen prägte den Charakter Trautheims. 1913 errichtete Walther von der Leyen aus dunklen Klinkern seinen „Leyenhof“, ein prachtvolles Landhaus mit ausgebautem Dachgeschoss. Er erweiterte es 1928 nach beiden Seiten.

„Der schlichte Klinkerbau im Landhausstil wird geprägt durch die gutgestaltete Dachform mit zentraler Schmetterlingsgaube und seitlichen, flach über Eck gestellten Schleppgauben. Im Opus des Architekten spielt dieses Haus eine besondere Rolle und ist aus künstlerischen Gründen ein Kulturdenkmal.“ (Denkmaltopographie Landkreis Darmstadt-Dieburg, 1988)

Text:
Helmut Rückert

Volker Teutschländer


Landesamt für Denkmalpflege
(Denkmaltopografie für den
Landkreis Darmstadt-Dieburg)