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Geschichte > Nieder-Ramstadt  

Stand: 24. Jul 2012

 

 

 


 

Die Geschichte Nieder-Ramstadts

Text:
Volker Teutschländer





Die Wappenelemente im Siegel der Gemeinde Nieder-Ramstadt im Siegel von 1635



Statistik:

Einwohner
1861: 1418
1907: 2233



750-Jahr-Feier 1950:
1944 waren 750 Jahre vergangen seit der ersten urkundlichen Erwähnung – im Kriegsjahr hatten die Menschen andere Sorgen als ein Gemeindejubiläum zu feiern.

Sie holten das in der allgemeinen Aufbruchstimmung sechs Jahre später nach:

 

Nieder-Ramstadt kann auf eine lange Siedlungsgeschichte zurückblicken. Eine alemannische Siedlung aus dem 4. Jahrhundert n.Chr. sowie ein spät-merowingisches Gräberfeld (um 700 n.Chr.) konnten durch zahlreiche Funde nachgewiesen werden. In fränkischer Zeit war das Gebiet Teil des Königsgutes; 1002 kam es mit der zum Königshof Groß-Grau gehörenden Grafschaft Bessungen an das Bistum Worms, 1009 an das Bistum Bamberg und 1013 an die Bischofskirche zu Würzburg. Seit dem 12. Jahrhundert gehörte es zum Herrschaftsbereich der Grafen von Katzenelnbogen; 1403 bestätigte Graf Johann von Katzenelnbogen, daß er u.a. Nieder-Ramstadt von Bischof Johann von Würzburg zu Lehen trage. 1479 gelangte es durch Erbschaft an die Landgrafen von Hessen.

Obwohl der Ort Nieder-Ramstadt wesentlich älter ist, findet sich die erste urkundliche Erwähnung relativ spät: 1190/94 wird ein Cunradus de Ramstadt als Kanoniker des St.-Andreas-Stifts in Worms bezeugt. Die weitere Geschichte Nieder-Ramstadts wird im Kontext zum regionalen und nationalen Geschehen auf weiteren Seiten von Karl Dehnert geschildert.

Mordach

Auf Nieder-Ramstädter Gemeindegebiet wird in frühen Kartierungen auch das enge Modautal von der Papiermühle flußabwärts bis zur Einmündung des Mordach-Baches als Mordach bezeichnet. Dauerhaft aber wird das Tal von der Einmündung des Mordach-Baches flußaufwärts bis zur Gemarkungsgrenze nach Nieder-Beerbach als „Mordach“ bezeichnet. Das Tal rechts des Mordachbaches ist Nieder-Ramstädter Gemarkung. Die Ansiedlungen rechts des Gewässers bilden somit den Nieder-Ramstädter Weiler. Nur die Waldmühle (auch: Mahrsmühle) steht links des Baches und damit in Eberstadt. Der Weiler wurde nach dem kommunalen Zusammenschluß der Mühltalgemeinden zu einem Ortsbezirk erhoben, obwohl von einer örtlichen Gemeinschaft in der Mordach nicht gesprochen werden kann. Eine politische Vertretung besteht im gemeinsamen Ortsbeirat mit Nieder-Ramstadt.

Trautheim

Trautheim ist als Siedlung seit 1871 abseits der bebauten Ortslage auf dem Gemeindegebiet Nieder-Ramstadts entstanden. Die Siedlung wurde nach dem kommunalen Zusammenschluß der Mühltalgemeinden zu einem Ortsbezirk erhoben. Nieder-Ramstadt, Trautheim und der Weiler Mordach sind somit heute drei Gemeindeteile Mühltals auf der Gemarkung Nieder-Ramstadt.

Soweit von einer spezifischen Geschichte Trautheims seit 1871 gesprochen werden kann, wird sie hier auf einer besonderen Seite näher behandelt.

800 Jahre Nieder-Ramstadt – kommunal und kirchlich

Vortrag von Pfarrer Dr. Manfred Knodt (†), 1994

Eine vielbeachtete Zusammenfassung von 800 Jahren kommunaler und kirchlicher Vergangenheit Nieder-Ramstadts seit der ersten urkundlichen Erwähnung trug Pfarrer Dr. Manfred Knodt (†) 1994 während der 800-Jahr-Feiern vor. Der Vortrag wird hier erstmals in voller Länge veröffentlicht: