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Geschichte – Nieder-Ramstadt - Hochwasser

Stand: 21.11.2012

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Hochwasser der Modau


Schrecken früherer Zeit sind weitgehend gebannt


Die Modau, die den alten Kern Nieder-Ramstadts in zwei Teile teilt, war durch die Jahrhunderte hindurch nicht nur ein Segen für die Menschen, Wasserspender für alle möglichen Zwecke, Fischgrund und Energiespendeer, sondern auch Ursache für schweres Unheil durch Hochwasser. Diese Gefahr hat in der jüngeren Zeit sehr viel von ihren früheren Schrecken verloren, weil durch Regulierungen und Uferausbau ein schnellerer Wasserabfluß als in früheren Zeiten gewährleistet ist.

Der älteste Hinweis über ein Modau-Hochwasser, das schwere Schäden verursachte, findet sich in der Landschreiber-Rechnung der Obergrafschaft Katzenelnbogen aus dem Jahre 1454. Zwar werden nur Ober-Ramstadt und Pfungstadt direkt genannt, Nieder-Ramstadt war sicher genauso betroffen.


Große Hochwasser bis in die jüngste Zeit sind überliefert:


1663 Große Wasserflut
1731 Großes Hochwasser; Fahrgassenbrücke zerstört
1879 Großes Hochwasser
1880 Großes Hochwasser
1893 Großes Hochwasser
1908 Hagelschlag und Hochwasser
1919 Hochwasserkatastrophe, alle Wege und Brücken außer Fahrgassenbrücke zerstört
1931 Großes Hochwasser
1939 Hochwasser - Eiserner Steg entfernt
1965 Hochwasser nach schweren Gewittern, große Schäden


Hochwasser-Katastrophe 1919


Das wohl schlimmste Hochwasser in den letzten 100 Jahren war die Katastrophe am 8. Juli 1919. Damals war nicht nur der Ortskern beiderseits der Modau betroffen, wenn dort auch die schlimmsten Schäden zu verzeichnen waren, sondern auch die gesamte Gemarkung, ebenso, wenn auch weit schwächer, die Nachbarorte Ober-Ramstadt und Traisa. Unter den älteren Bürgern (Stand 1985!) ist die Erinnerung an das damalige Geschehen noch wach und es wird immer wieder darauf verwiesen, wenn erneute Gefahren drohen. Pfarrer Weigel hat in einem auf eigenem Erleben beruhenden Bericht der Nachwelt die damaligen Ereignisse überliefert (siehe Verweis in der Link-Spalte links: „Katastrophe 1919“.

Das Ausmaß der Katastrophe läßt sich auch heute noch abschätzen, wenn man sich anhand der beiden Hochwassermarkierungen an den Häusern Bachgasse Nr. 17 und Schloßgartenstraße Nr. 16 von der Höhe der Flut überzeugt. Die Schäden am Bachufer und in der Gemarkung wurden im Laufe der Zeit weitestgehend behoben. Auch wurden Sicherungsarbeiten am Bachbett zwischen Dornwegshöhstraße und Anstaltsmühle durchgeführt.

Mehr im besonderen Aufsatz (siehe Verweis links)


Hochwasser 1931


Am 18. August 1931 verursachte ein Unwetter über dem vorderen Odenwald wieder ein Hochwasser, das erhebliche Schäden an der Modaubrücke an der B 449, an der Wehranlage für die Quicksmühlen (Celluloidwarenfabrik Richter) und dem Bachbett von der Schachenmühle bis zum Wehr, aber auch im Bereich der Bruchmühle angerichtet hatte. Die Behebung der Schäden erfolgte teilweise im Rahmen von Notstandsarbeiten für Arbeitslose. Eine grundlegende Hochwassersicherung wurde nicht durchgeführt und war auch aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich
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Hagelschlag und Hochwasser 1965


Das letzte große Hochwasser, am 20. Juli 1965, war durch einen wolkenbruchartigen Regen, verbunden mit einem schweren Hagelschlag ausgelöst worden. Die aus Traisa ankommenden Wassermassen überfluteten am Chausseehaus die B 449 und überschwemmten das Sportplatzgelände und die Bahnhofstraße. Die Modau war inzwischen zu einem reißenden Fluß geworden. Der Fußgängerweg entlang der Modau und das Bachufer wurden schwer beschädigt, die Brücke in Höhe der Schulstraße stürzte ein. In der Bachgasse stand das Wasser über 1 m hoch und überflutete die Wohnungen. Der Gesamtschaden betrug mehr als 1 Million DM. Der Sportplatz war monatelang unbespielbar und mußte erneuert werden.


Schutzmaßnahmen


Sofortmaßnahmen der Gemeinde und der Ausbau des Bachbettes zwischen Dornwegshöhstraße und Anstaltsmühle durch den »Bachverband Obere Modau«, heute „Wasserverband Modaugebiet“, dem die Gemeinde beigetreten war, haben die Modau »kanalisiert«, weshalb katastrophale Überschwemmungen früherer Zeiten nicht mehr zu erwarten sind.

Im Zuge dieser Arbeiten wurde auch die alte, 1734 errichtete „Fahrgassenbrücke“, die allen Hochwassern getrotzt hat, durch eine neue Betonbrücke ersetzt. Der Fuß des Modaubettes wurde, wie die Uferbegrenzung, ebenfalls in Beton ausgeführt, um einen schnellen Abfluß großer Wassermassen zu gewährleisten und Uferbeschädigungen weitmöglichst auszuschließen.


Ein natürliches Flußbett ist der Modau ist innerhalb der Ortslage nicht mehr beschieden. Im Oberlauf der Modau ist oberhalb der Ortslage Ober-Ramstadt ein Rückhaltebecken erbaut worden, das den Abfluß der Wassermassen regulieren soll.


Das Michaelishochwasser von 1732:

Besonderer Aufsatz über Verweis links.

Verfasser:
Karl Dehnert †

Volker Teutschländer






Hochwasser 1931
an der Wehrplatte.
Blickrichtung nach Südwesten
zum heutigen Standort der
Tennisplätze.