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Geschichte > Nieder-Ramstadt

Stand: 31.05.2013

 

 

 


 

Wo die Toten ruhen

Der Kirchhof für das Kirchspiel

Es geht hier nicht um die von den Archäologen ergrabenen vor- und frühchristlichen Begräbnisstätten, die gerade in unserem Raum ausreichend dokumentiert sind, sondern um den Gottesacker um die Kirche von Nieder-Ramstadt.

Der Raum um die Pfarrkirchen hieß früher Gottesacker oder Kirchhof, diese Namen beziehen sich eindeutig auf die Kirche. Weit verbreitet ist aber auch die Bezeichnung Friedhof (ahd. Vrithof = Freihof), die auf die Bedeutung der geweihten Kirchenvorhöfe als Asylstätte hinweist. Noch heute heißt z. B der Platz vor der Einhardbasilika in Seligenstadt „Freihof'. Flüchtige Totschläger durften nicht weiter verfolgt werden, wenn es ihnen gelang, den Freihof zu erreichen. Dadurch sollte ihnen Gelegenheit gegeben werden, sich in Verhandlungen, sogenannten Sühneabreden, mit ihren Verfolgern zu einigen und der Blutrache des alten Rechts zu entgehen, die ganze Sippen ausgerottet hat. Der Herr der Freistätte, in diesem Fall der Abt des Benediktinerklosters, hatte sie bei diesen Verhandlungen zu unterstützen. Die Freistätten waren so wichtige Einrichtungen der Gottes- und Landfrieden des Mittelalters.

In der Kirche selbst wurden nur die Pfarrer und die Angehörigen der Patronatsherrschaft begraben, allerdings zeigen die bei einer Restaurierung der alten Julianastiftskirche von Mosbach/Baden geborgenen Grabplatten, dass dort, wenigstens bis zur Reformation, auch Angehörige von Patrizierfamilien (Stiftsherren?) beigesetzt wurden.

Begräbnisstätte für die Dorfbewohner waren die Kirchhöfe der Pfarrkirchen. Das ausgeprägte Zusammengehörigkeitsgefühl der Dorfbewohner und der einzelnen Familien führte dazu, dass die Kirchhöfe in Quartiere eingeteilt waren, die den zur Pfarrkirche gehörenden Dörfern zugewiesen wurden. In diesen Quartieren lagen die Begräbnisstätten der Sippen, die oft durch mehrere Generationen hindurch belegt wurden. Wenn eine Weiterbelegung nicht mehr möglich war, nahm man die Skelette der Vorbestattungen aus dem Grab und überführte sie in das Beinhaus, den Karner.

Diese Karner wurden in den evangelischen Gegenden nach der Reformation, auf den katholischen Friedhöfen meist erst später, aufgehoben, doch finden sich vereinzelt auch heute noch alte Karner, so in unserer Nähe das Beinhaus bei der Katharinenkirche von Oppenheim, mit der schönen gotischen Totenleuchte. Auch die Gottesackerkirche in Schaafheim steht als ehemaliger Karner unter Denkmalschutz. Nach der Auflassung hatte sie ein recht wechselvolles Schicksal, u. a. diente sie lange Zeit als Schulgebäude. Zu den meisten Karnern gehörten kollektive Totenleuchten, eine besonders schöne Leuchte hat sich auf dem Ersheimer Friedhof von Hirschhorn erhalten („der oft beschriebene Elendstein von 1412"), der dazugehörende Karner ist längst vergangen, aber bis in unsere Zeit wurde das Licht in der Totenleuchte von den Einheimischen turnusmäßig unterhalten. Sie ist, wie auch die vorgeschilderten Gebäude, ein eindrucksvolles Denkmal des Memento mori.

Bei der Enge des Kirchhofes in Nieder-Ramstadt dürfte es für die Verstorbenen aus dem Kirchspiel einen Karner gegeben haben, denn aus 1612 liegt eine gedruckte Predigt vor „bei Begräbnis einer großen Menge Todten Beine ...“

Da die Totenbestattungen früher in den Kirchhöfen der Pfarrkirchen erfolgten, waren die Wege von den Filialdörfern zum Kirchhof oft recht weit. Nieder-Ramstadt war ab der Reformation Pfarrkirche mit den Filialen Traisa und Waschenbach, so dass die Toten der Pfarrgemeinde und der Filialen auf dem Kirchhof Nieder-Ramstadt begraben wurden.

Von einzelnen Grabmälern des alten Kirchhofs existieren Bilder in der interessanten Dokumentation des ersten hessischen Denkmalpflegers Prof. Dr. Walbe. („Alte Grabmäler auf hessischen Friedhöfen“, in: Volk und Scholle, H.2/1926). Weitere Bilder dürften sich im Nachlass von Baurat Dr. Winter befinden, der als Depositum im Staatsarchiv Darmstadt verwahrt wird. Winter hatte sich bei seinen Dorfältestenbefragungen auch mit dem Totenbrauch befasst. Wichtige Literatur zum Thema: Werner Geiger: „Totenbrauch im Odenwald", Lindenfels im Odenwald, 1960 (Diss. Frankfurt am Main, Phil. Fakultät), mit umfassendem Literaturverzeichnis. Friedrich Mössinger: „Was uns der Odenwald erzählt" Bd. III, S. 188 ff, reich bebilderte Geschichte der Grabdenkmale des hinteren Odenwaldes (schmiedeeiserne Kreuze, Holzkreuze und Steinmale).

Im Odenwald gibt es auf einigen Friedhöfen Sammlungen alter Grabdenkmale, an denen man die Veränderung der Grabdenkmale und ihrer ikonographischen Gestaltung über längere Zeit studieren kann, so in Michelstadt, Erbach (Brudergrund), Lauerbach, Bad König, Miltenberg bei der Laurentiuskapelle usw. Leider sind diese Darstellungen nicht vergleichbar mit der Entwicklung im Kristallinen („Vorderen“) Odenwald, da die Steinmetze anstehendes Material verwendeten. Der Buntsandstein des Hinteren Odenwaldes lässt sich nun einmal sehr viel leichter bildnerisch gestalten, während die Grabsteinindustrie im Vorderen Odenwald erst im 19. Jh. beginnt. So kommt z. B., dass mitten zwischen den Granitblöcken des Felsenmeeres bei Reichenbach im Vorderen Odenwald ein Sandsteindenkmal aus dem Hinteren Odenwald für den 1839 dort verunglückten Bürgermeister Lampert steht.

Auf den Friedhöfen des Vorderen Odenwalds wird wegen der aufwendigeren Bearbeitung des heimischen kristallinen Gesteins das vergängliche Holzdenkmal dominierend gewesen sein: Einzelne Sandsteindenkmale auf den Kirchhöfen unserer kristallinen Landschaft standen auf Gräbern von Personen, die sich ein Sandsteindenkmal aus dem Hinteren Odenwald leisten konnten. Noch heute gibt es recht interessante Friedhöfe mit Holzkreuzen oder sogenannten Grabstickeln, so in Schlierbach bei Lindenfels und im nahegelegenen Weschnitztal.


Weitere Literatur:
Karl Dehnert: 650 Jahre Christliche Gemeinde Nieder-Ramstadt. 1982.
Ludwig Hellriegel: Der Kirchhof zu Bensheim, seine Toten und seine Kapelle. 1961.
Gisela Külper, Peter Sattler: Unsere Friedhöfe - Oasen der Ruhe. In: „gelurt"
Odenwälder Jahrbuch f. Kultur und Geschichte 2006. S. 82 ff.
Rolf Reuter Zur Geschichte von Kirchhof, Friedhof und Friedhofskapelle in Beerfelden. a.a.O 2007.
Joseph Schopp: Der Freihof. Seligenstadt 1981.
Zu den Darmstädter Friedhöfen siehe das Buch von Carlo Schneider: Die Friedhöfe in Darmstadt. 1991.

Kommunale Friedhöfe in den Kirchspielgemeinden


In der Nieder-Ramstädter Kirche gibt es, wie in anderen Kirchen auch, alte Grabmäler und Gedenksteine. An der Nordwand neben der Kanzel befinden sich die Gedenksteine des Pfarrers Vietor, gestorben 1674 sowie der der Gattin und des Kindes des Pfarrers Moter, beide gestorben 1739.
Patrone der Kirche und Angehörige des örtlichen Adels wurden üblicherweise in der Kirche bestattet. Vor dem Altar wurde 1763 Maria Katharina Hofmann geb. Eberhorn bestattet, die Frau des Erbauers des „Schlosses“ auf dem Areal des ehem. Vollmarschen Gutes. Die Grabplatte ist bei der Renovierung des Kirchenraumes 1952 entfernt worden.

Der „evangelische“ Friedhof rund um die Kirche blieb Begräbnisort rund 1200 Jahre bis 1897, obwohl man in den meisten Odenwaldorten schon viel früher die Friedhöfe aus den Dörfern hinaus verlegt hatte, nicht nur, weil rund um die Kirche der Platz nicht mehr ausreichte für die Bestattungen Verstorbener aus einer angewachsenen Einwohnerzahl, sondern auch, weil man die Verbreitung von Seuchen durch die Friedhöfe inmitten der immer dichter besiedelten Dörfer fürchtete.

Wenige Grabmäler aus der Zeit des Kirchhofes wurden auf den neuen Friedhof herübergerettet, so das Grabmal des Wilhelm Friedrich I, des Brückenmüllers.
Wenige Fotos von recht imposanten steinernen Grabmälern sind bekannt. Rechts vom Portal der Kirche ist ein stattliches Mal erhalten, allerdings so stark verwittert, dass sein frühere Funktion nicht mehr zu erkennen ist. 2010 ist bei Ausschachtungsarbeiten zur Anlage eines Spielplatzes für den Kindergarten auf dem Kirchhof ein gut erhaltener Stein gefunden worden, der an der Außenwand der Kirche aufgestellt wurde. 1969 ist auf dem Standort des alten Kirchhofes der neue evangelische Kindergarten eröffnet worden. Bei den Ausschachtungen für die Fundamentierung der Kindergarten-Gebäude ist es nicht immer pietätvoll zugegangen, als Überreste von Bestatteten zum Vorschein kamen. Aushubmaterial wurde zum Verfüllen des Mühlgrabens in der Untersten Schachenmühle verwendet, wobei nach Augenzeugen ebenfalls sterbliche Reste zum Vorschein kamen.

Im Anschluss an den Nachmittags-Gottesdienst am 27. Juni 1897 ist der alte Friedhof um die Kirche feierlich geschlossen worden. Die bürgerliche Gemeinde Traisa eröffnete 1872 einen „bürgerlichen“ Friedhof, die Gemeinde Waschenbach am 7. Februar 1899. Die verzögerte Eröffnung des Friedhofes in Waschenbach hatte einen Grund darin, dass der Standort des neuen kommunalen Friedhofs Nieder-Ramstadt abgewartet werden sollte. Obwohl dieser Standort an der Landstraße nach Waschenbach zu liegen kam, entschloss sich die Gemeinde Waschenbach zu einer eigenständigen Lösung.

Eine Woche nach Schließung des Kirchhofs, am 4. Juli, eröffnete Pfarrer Otto Schöner den neuen Friedhof „in der Waschenbacher Huhl“, wie es anfangs unter Einheimischen hieß. Es war die Zeit, als böhmische und bayerische Steinmetze die Kunst in unserer Heimat verbreiteten, das hier heimische Odenwälder Gabbrogestein zu bearbeiten. Deshalb zeigen die wenigen zugänglichen Fotos anfangs noch weit überwiegend Holzdenkmale auf den Grabstätten. Nur betuchte Angehörige könnten sich bis dahin Denkmäler aus Sandstein aus dem hinteren Odenwald leisten. Jetzt aber begann die Zeit der Steinmetze, die Grabsteine aus heimischem Gestein gestalten konnten. Änderungen in der Mode, im Begräbniskult und billigeres ausländisches Material verursachten inzwischen weitere Veränderungen.

Der Nieder-Ramstädter Friedhof erfuhr seitdem mehrere Umgestaltungen und Erweiterungen. Vor allem die Kapelle mit ihren Funktionsräumen und ihrer nach einer Seite offenen Halle genügten den Ansprüchen nicht mehr, so dass in den 1970er Jahren eine moderne Kapelle errichtet wurde. Die verschiedenen Mahnmale wurden aus dem Ortsbild entfernt und auf einem Feld zum Gedenken an die Opfer der jüngsten Kriege zusammengefasst.

In einer Abteilung des Friedhofes befanden sich in den Nachkriegsjahren eine Reihe von einheitlichen Grabstätten im Stile von Kriegsgräberfriedhöfen, jede versehen mit einem Emailtäfelchen, auf dem der zumeist slawische Name, zum Teil auch Geburts- und Sterbedatum, verzeichnet waren. Es soll sich um die Grabstätten von Kriegsgefangenen oder Fremdarbeitern gehandelt haben, die in Nieder-Ramstadt in den letzten Kriegsjahren oder den ersten Nachkriegsjahren in den Kliniken verstorben sind, die in die Häuser der Nieder-Ramstädter Heime ausgelagert waren.

1966 wurden diese Toten umgebettet und auf dem neuen Kriegsgräberfriedhof in Brandau überführt, auf dem verstorbene Kriegsopfer aus dem damaligen Landkreis Darmstadt, aber auch aus Starkenburg und Unterfranken beigesetzt wurden. Von den dortigen fast 500 bestatteten Kriegsopfern stammt fast jeder zehnte vom Friedhof Nieder-Ramstadt. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge führt in seiner Beschreibung der Brandauer Anlage aus:

Unter den ausländischen Kriegstoten sind auch zahlreiche Frauen und Kinder. Einige von ihnen wurden von Nieder-Ramstadt aus umgebettet. Dort gab es so genannte „weibliche Arbeitslager, Familien- und Kinderlager“. Viele Kinder kamen zusammen mit ihren zur Zwangsarbeit verschleppten Müttern nach Deutschland. Als Folge der schlechten Lagerbedingungen war die Sterblichkeit unter den polnischen und sowjetischen Säuglingen und Kleinkindern besonders hoch.“

1974 errichtete die Gemeinde auf dem Friedhof eine moderne Friedhofskapelle die nach den Plänen des einheimischen Architekten Horst Schmiedeknecht, die nach wie vor in Architektur und Innengestaltung als sehr angemessen für ihre Bestimmung gehalten wird. Die ursprüngliche Trauerhalle wurde für die Errichtung von Urnenwänden erhalten.

2010 begann die Gemeinde Mühltal mit der Anlage einer „Museumswand“, vor der Grabmäler abgeräumter Grabstätten verdienter Bürger aufgereiht werden.

Der Friedhof der Nieder-Ramstädter Diakonie

Die Interessen der Gemeinde Nieder-Ramstadt und der Nieder-Ramstädter Diakonie wegen der Bestattung Verstorbener aus den Heimen trafen sich schon sehr früh. Nur drei Jahre nach Eröffnung des kommunalen Friedhofes begannen die diakonischen Einrichtungen der Heime mit ihrer segensreichen Arbeit an behinderten Menschen – die Zahl der Betreuten wuchs alleine in den ersten dreißig Jahren von 18 auf fast 300.

Für Behinderte war der Weg zur Trauerarbeit auf dem gemeindlichen Friedhof „in der Waschenbacher Huhl“ nicht nur weit, sondern auch beschwerlich. Schon zehn Jahre nach der Eröffnung der Diakonie, wie die Einrichtungen heute heißen, wurde der Wunsch nach einem eigenen Friedhof laut. Was der bürgerlichen Gemeinde nicht ungelegen kam, denn sie fürchtete um die schnelle Auslastung ihrer neuen Begräbnisstätte.

1932 konnte der neue heimeigene Friedhof eröffnet werden. Ein hohes Kreuz, aufgerichtet 1933, beherrscht das Bild der Anlage. jedes Grab schmückte ein Holzkreuz. Sie wurden in den 1990er Jahren aus wirtschaftlichen Gründen mit schlichten Steintafeln ersetzt.

Naturfriedhof nahe Dippelshof

Am 8. Januar 2012 eröffnete die Gemeinde Mühltal im Wald an der Alten Ober-Ramstädter Straße, nordöstlich des Dippelshofes einen „Naturfriedhof“.

Die Galvanoplastik im Grabdenkmal Helfrich

Quelle: Angela Exo

Das Grabmal des 1905 verstorbenen Johann Georg Helfrich, dem die Gemeinde Nieder-Ramstadt entsprechend ihrer testamentarischen Verpflichtung dieses ehrende Grabdenkmal errichtete, enthält eine Engelsfigur, bei der es sich um eine Kerngalvanoplastik der Württembergischen Metallwarenfabrik (WMF) handelt, im Katalog von 1913 unter der Nummer 849 erfasst. Als Bildhauer ist Georg Matt angegeben.

Schon 1837 wurde durch die Erfindung der Galvanoplastik ein Verfahren zur seriellen Reproduktion von künstlerischen Originalen möglich. Von der Originalplastik, also dem Modell eines Künstlers, wurde zunächst ein negativer Zwischenabguss angefertigt und davon wieder ein Positiv, welches einen hauchdünnen Überzug aus Kupfer, Silber oder Gold bekam.

Rein äußerlich sind Galvanoplastiken oft schwer von Bronzeplastiken zu unterscheiden. Hier kann eventuell das Oberflächenbild helfen, denn sie weisen größere, geschlossene hellgrüne Patinabereiche auf, zudem fühlt sich die Oberfläche meist glatter an. Auch die Form kann Hinweise auf die Art der Plastik geben – Galvanograbplastiken stellen meist weibliche oder androgyne Trauerfiguren und Engel dar. Viele Plastiken ähneln sich durch ihre seriell bedingte Typisierung.

Die Ge
meinde Mühltal konnte die Plastik auf Grund von Förderzusagen im Jahre 2012 restaurieren lassen, nachdem sie Schäden und Risse an Kopf, Brust, Händen sowie im Bereich des Sockels aufwies, was langfristig die Standsicherheit gefährdet hätte. An den Sanierungskosten beteiligten sich die Stiftung der Stadt- und Kreissparkasse, das Landesamt für Denkmalpflege Hessen sowie der Förderverein Museen und Denkmalpflege Darmstadt-Dieburg e.V.


Gedenkstätte ungeborenes Leben


Um Familien, deren Kinder vor ihrer Geburt gestorben sind, einen zentralen Erinnerungsort für ihre Trauer zu geben, hat die Gemeinde Mühltal eine Gedenkstätte für ungeborenes Leben auf dem Friedhof Nieder-Ramstadt eingerichtet, die am 20. April 3013 eingeweiht wurde. Die Initiative stammt von der Ersten Beigeordneten Angela Exo, die ehrenamtlich auch die Gestaltung besorgte.

Die Errichtung der Gedenkstätte wurde zum Anlass genommen, die denkmalgeschützte Trauerhalle herzurichten und den mittleren Bogen, der in der Achse des alten Zugangsweges liegt, zu schließen um somit wieder eine ungestörte, harmonische Gesamtansicht der Eingangsseite herzustellen und hier die Gedenkstätte zu integrieren.

gegeben / getragen / genommen / gehalten“

vier schlichte, mintgrüne Glasplatten zieren den mittleren Bogen der alten Friedhofshalle. Es ist „ein Ort des Gedenkens, der Stille, der heilsamen Erinnerung, an dem Kinder sichtbar gemacht werden, die in dieser Welt nicht gesehen werden konnten“, so Christoph Mohr, ev. Kirchengemeinde Nieder-Ramstadt, bei der Einsegnung.

 

Verfasser:
Heinz Bormuth †

Volker Teutschländer






Grabstätten aus der 2. Hälfte des 19. Jh. auf dem Kirchhof: Es dominieren die Holzdenkmale wegen der aufwendigen und teuren Bearbeitung des heimischen kristallinen Odenwald-Gesteins. Wenige Fotos von recht imposanten steinernen Grabmälern sind bekannt.



Die Kirche und ihr Umfeld aus der Luft vor 1950: Der gesamte Fichtenbestand und weitere Fläche nach links sind das Gelände des Friedhofes – zum Zeitpunkt der Aufnahme schon weitgehend abgeräumt.



Der „alte Friedhof“ nach der Auflassung kurz vor dem Abräumen der letzten Grabstätten



Die hohe Bruchsteinmauer, die den östlichen Berghang zur Dorfmitte abstützt. Darüber war der Gottesacker für Nieder-Ramstadt, Traisa und Waschenbach angelegt.



Der ursprüngliche Hauptweg zur alten Friedhofskapelle auf dem „neuen“ kommunalen Friedhof von 1897
(Foto: Friedrich Emich)



Das ursprüngliche Hauptportal
zum „neuen“ Friedhof
(Foto: Friedrich Emich, 1950)




Der Friedhof der Nieder-Ramstädter Diakonie und der ev. Lazarusgemeinde



Der „Galvano-Engel“
in der Grabstätte Helfrich
Zur Person Johann Georg Helfrich:






Gedenkstätte
ungeborenes Leben