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Die Mühlen

Stand: 22. Aug 2012

 

 

 


 

Die obere Mittlere Schachenmühle

1303
Erstmals werden 1303 Nieder-Ramstädter Mühlen genannt, aber noch ohne namentliche Bezeichnung. Es heißt in dieser ältesten Buchführung über Naturalabgaben:

Vom Hofe zu Niederramstadt 30 Malter Korn und 26 Malter Hafer, von den dortigen Mühlen 8 Malter Korn“.

Es bestanden demnach mindestens zwei Mühlen. Aus späteren Aufzeichnungen geht hervor, daß die obere Mittlere Schachenmühle (wie sie später erst heißt) bereits besteht, und zwar zusammen mit einer zweiten, einer der späteren Quicksmühlen.

1493
Die Mühle wird „Heille Eberhards Mühle“ genannt, auch „Heileberts- oder Helwertsmühle“.

1553
350 Jahre nach dem ältesten Dokument taucht erstmals der Name „Schachenmühle“ auf.

1601
Im „Verzeichnis der im Amt pachtbaren Mühlen“ wird „Heil Eberhards Mühl“ mit „2 Gänge und 2 Hunden“ angegeben. Die Mühle besaß danach 2 Wasserräder mit je einem Mahlgang und mußte 2 Jagdhunde für den Grafen halten.

1629
Aus dem Verzeichnis der pachtbaren Mühlen ergibt sich, daß die Mühle inzwischen geteilt wurde in eine „obere Mittlere Schachenmühle“ und eine „untere Mittlere Schachenmühle“.

1673
Beide Schachenmühlen sind „zur Mehlwaage in Darmstadt gebannt“, d.h. sie müssen den Markt in der Residenz mit ihrem Mehl beschicken.

1692 – 1867
Seit 1692 ist der Name der Müllerfamilie Frankenberger nachzuweisen. Von 1867 und 1872 sind Lagepläne aller vier Schachenmühlen vorhanden, die als neue Besitzer der oberen Mittleren Schachenmühle die Sippe Burger nennen.

1881
Möglicherweise um der neuen Konkurrenz der neuen Industriemühlen zu trotzen, ließ Burger noch ein neues Wasserrad für 200 Mark einbauen.

1880
Elisabeth Burger wird 1914 Witwe und heiratet später Franz Gustav Spengler.

1929
Karl Burger, Sohn aus erster Ehe, wird in die Ortsbürgerliste von Ober-Ramstadt eingetragen und zahlt 8 Reichsmark Feuereimergeld. Er übernimmt Mühle und Landwirtschaft.

~1940 ~1950
Die Mühle erlebt aber nur während des Krieges noch einmal eine kurze Konjunktur, wird danach zwar als Mahlmühle stillgelegt, speiste aber noch einige Jahre elektrischen Strom in das Versorgungsnetz von Nieder-Ramstadt ein.

Die Verfasser:
Karl-Heinrich Schanz

Volker Teutschländer






Das Gehöft der oberen Mittleren Schachenmühle.
Rechts im Hintergrund die einst abgespaltene untere Mittlere Schachenmühle
(Aufnahme etwa 1935)


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Im Hof der oberen Mittleren Schachenmühle: Linker Gebäudeteil ist die Mühle, rechte Haushälfte das Wohnhaus



Müller Gustav Spengler bei der Arbeit . . .


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und beim Schärfen der Mühlsteine (etwa 1948)



Das oberschlächtige Mühlrad
(bis etwa 1955)