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Die Mühlen

Stand: 20.06.2013

 

 

 


 

Die Glashüttenmühle


1698
ließ Landgraf Ernst Ludwig eine Glashütte mit Stampfwerk auf der sog. „Scheuerwiese" in der Mordach errichten. Es wurden schon im ersten Jahr größere Mengen von Spiegel- und Hohlgläsern hergestellt.

1706
ist die Glashütte bereits wegen großer Querelen eingegangen. Johann Georg Frankenberger, der Sohn von Johann Frankenberger auf der unteren Mittleren Schachenmühle, erbaut aus den Abbruchmaterialien der Glashütten-Nebengebäude die „Glashüttenmühle". Frankenberger ist verheiratet mit Anna Elisabeth, geb. Braun, Tochter des Müllermeisters Wilhelm Braun von der „Braun-Mühle" (jetzt „Waldmühle“ auf der Mordach, Gemarkung Eberstadt). Der Erbzins für die Glashüttenmühle beträgt jährlich 50 fl.

Ursprünglich war der Pulvermüller Kraus in Traisa an der Erbleihe interessiert, die aber jetzt dem Müller Frankenberger erteilt wurde.

1727
Nach dem gewaltsamen Tod Frankenbergers (bei einem Raubüberfall auf die Neue Bohlenmühle, siehe dort) geht die Mühle an Johann Georg Wiemer von der Oberwiesenmühle bei Eberstadt.

1740
stirbt Wiemer. Seine Erben verzichten auf die Mühle zu Gunsten von Johann Peter Frankenberger, Sohn des in der Neuen Bohlenmühle erschlagenen Johann Georg.

1742
ist aber schon Johann Carl Breitwieser Besitzer der Glashüttenmühle, für die er 1744 den Erbleihbrief bekommt.

1773
übergibt Carl Breitwieser seinem Schwiegersohn Johann Heinrich Luckhaupt die Mühle:


. . . hat seinem Schwiegersohn die Mühle angeschlagen und sich den freyen Einsitz in der Mühle, ingleichen den halben Genuß des Mahlwerks, sodann den Mühlgärten und Äckern uns Zeit Lebens und so lang eines von uns beiden Eheleuten noch vorhanden, vorbehalten, dagegen auch den Mühlenzins jährlich zur Hälfte entrichten wollen."

1796
übergibt Luckhaupt die Mühle seinem Sohn, der sie aber wegen Überschuldung durch Prozeß und Krieg nicht halten kann.

1805
wird die Liegenschaft öffentlich versteigert. Käufer ist mit 7907 fl. der Partierer (Mehlhändler) Salomon Geyer von der Waschenbacher Mühle.

1818

vergrößert Geyer die Mühle um einen zweiten Gang zum Spelzschälen und Roggenmahlen.

1827

wird das Gut mit 9000 fl bewertet.

1828

verstirbt Salomon Geyer, und seine Witwe verkauft die Mühle an Müllermeister Wilhelm Krug für 5 960 fl. Dieser wurde, wegen seines schwungvollen Handels mit der von ihm gemahlenen Hirse, im Volksmund „der Hirsekönig" genannt.

1841

stirbt Wilhelm Krug. Erben sind seine Kinder aus erster Ehe.


Die Mühl hat einen Mahl- und zwei Schälgänge, wird von einem Rad getrieben und 18 Zoll Fall, gibt 60 fl. Erbzins der Herrschaft."

1851
wird die Mühle in freies Eigentum überführt. 1866 übernimmt Adam Christian Schneider die Mühle. 1874 ist dann Friedrich Schneider I. der Besitzer.

1888
nehmen Friedrich Schneider und seine Ehefrau Katharina, geb Bender, eine Hypothek von 17000 Mark auf. Der Wert von Hofreite und Mühle wird mit 17500 Mark angegeben.

1895
scheint die Mühle eingegangen zu sein, denn bei der Volkszählung wohnt nur noch Adam Mangold mit 10 Personen auf der Mühle.

1896
brennt die Mühle völlig ab.

Friedrich Ludwig Schneider errichtet auf dem Standort der Brandruine das Gast- und Kurhaus Burgwald. Schneider war Nieder-Ramstädter Bürgermeister von 1893 bis 1901, er verstarb 1904.

1909
verkauft Familie Schneider die „Villa Burgwald“ an Rechnungsdirektor Rothermel aus Darmstadt, der mit anderen den „Verein zur Heilung von Alkoholkranken“ gründet und der eine Heil- und Rehaeinrichtung betreibt.

1910
wird wieder die Heilstätte für Alkoholkranke durch den „Landesverband des Deutschen Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Getränke" eröffnet.

1914 ff.

Im Ersten Weltkrieg erholen sich hier Menschen aus der Rüstungsindustrie und gegen Ende des Krieges ca. 300 Kriegerwitwen. Ab 1919 kommen jährlich ca. 600 „unterernährte Kinder“ zur Erholung.

Sie ist als Haus Burgwald in der „Fachklinik für alkoholabhängige Männer" aufgegangen, der heutigen (2012) Therapieeinrichtung für Suchtkranke.

Die Verfasser:
Karl-Heinrich Schanz

Volker Teutschländer




Die Glasmanufaktur
im Modau- uind Mordachtal:







Das Haus Burgwald
Fachklinik für Suchtkranke
auf dem Standort der ehem. Glashüttenmühle
(1960 oben, 2005 unten)



„Die Krugsmühle“
nennt der unbekannte Maler sein Motiv.
„Krugsmühle“ nach dem Eigentümer vor Schneider hat man die Mühle noch weit in die Schneider-Ära hinein geheißen. Eine Verbindung zur Glasmühle ist jedoch nicht verbürgt.