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Die Mühlen

Stand: 16. Aug 2012

 

 

 


 

Die beiden Kaisermühlen

1601

wird in einem

 

Verzeichnis der im Amt Darmstadt pachtbaren Mühlen“ die Neumühl“ mit2 Gänge und 2 Hunde“

 

aufgeführt. Es scheint sich um die kurz zuvor erbaute spätere Alte Kaisermühle zu handeln. Zeitweise soll im 30jährigen Krieg auch eine Pulvermühle in der Nähe bestehen.

1681

erhält Johann Henrich Hohenschild die Baugenehmigung für die spätere Neue Kaisermühle, eine Mahlmühle.

1689
sind dessen Söhne Johann Leonhard und Johannes Eigentümer der beiden Mühlen,

1711
wird Johann Leonhard von seinem Bruder abgefunden und übernimmt die Koppenmühle. Sein Bruder Johannes und seine Nachkommen sind bis 1773 Besitzer beider Kaisermühlen

1773-1848
sitzt“ Familie Dörner auf beiden Mühlen, danach sind Johannes Heppenheimer und Wilhelm Mahr Müller auf den Kaisermühlen, die aber noch immer nicht so heißen.

1881/1890
Jetzt übernimmt Peter Breitwieser aus Ober-Ramstadt zuerst die untere, dann auch die obere Mühle und nennt sie in der Aufbruchstimmung und Kaiserbegeisterung des neuen Zweiten Reiches „Kaisermühlen“.

1889
Die untere Kaisermühle brennt ab, Breitwieser kann aber den Mahlbetrieb in der oberen Kaisermühle aufrecht erhalten und baut die untere wieder auf. Ab jetzt erst heißt die untere, wiederaufgebaute Kaisermühle „Neue Kaisermühle“, die obere „Alte Kaisermühle“.

Die Neue Kaisermühle hat 2 Wasserräder von 4,75 m Durchmesser und 2 m Breite. Später kommt als Antrieb eine Dampfmaschine hinzu. Sie hat zu dieser Zeit 26 Walzenstühle.

1922
Emil Bauer, Schwiegersohn der Breitwiesers, der seit 1917 Kaisermüller ist, läßt sie größte Turbinenanlage an der Modau einbauen. Es sind 2 Francis-Spiralturbinen der Firma Schichau in Elbing. Die Turbinen liefern elektrischen Strom, dessen Überschuß in das öffentliche Versorgungsnetz eingespeist wird.

1925
Nur wenige Jahre später ereilen auch die Kaisermühlen das Schicksal des Wassermühlen-Sterbens in Folge der übermächtigen Konkurrenz der Industriemühlen.

1947
werden die Turbinen von der Firma Voith in Heidenheim überholt, weil die Herstellerfirma den Turbinenbau bereits in den dreißiger Jahren aufgegeben hat.

1948
baut die Firma Vogt & Haeffner, Frankfurt a.M., die Schalttafel um.

1974
wird auch die Turbinenanlage stillgelegt.

1983

5 Familien kaufen die heruntergekommenen Gebäude der Alten Kaisermühle und bauen sie zu einer Wohnanlage

1992
wird auch die Neue Kaisermühle verkauft und zu Wohnzwecken umgebaut.


Die Verfasser:
Karl-Heinrich Schanz

Volker Teutschlände




Um häufigen Verwechslungen entgegenzuwirken:
Die Nachbarmühle der Koppenmühle modauabwärts ist die „Alte Kaisermühle“, die folgende Mühle modauabwärts die „Neue Kaisermühle“, auch wenn der Augenschein im Vorüberfahren einen anderen Eindruck vermittelt.





Die Alte Kaisermühle auf einer Bleistiftzeichnung von vor 1889





Die Alte Kaisermühle vor ihrem Umbau zu einer Wohnanlage vor 1983




Die Wasserkraft der Modau wurde in der Neuen Kaisermühle auch nach der Blüte der Wassermühle zur Gewinnung elektrischer Energie genutzt.







Ansichten von der Neuen Kaisermühle vor ihrem Umbau zu Wohnzwecken