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Geschichte → Nieder-Beerbach → Frankenstein

Stand: 3. Jan 2013

 

 

 


 

Das Wappen der Frankensteiner


Die Siegel des Dokumentes von 1252, der ältesten Urkunde mit der Erwähnung einer Burg auf dem Frankenstein, sind nicht erhalten. Konrad von Breuberg dürfte mit dem alten Breuberger Wappen (im gespaltenen Schild rechts ein aufgerichteter Löwe, links ein Schachmuster) gesiegelt haben. Ab 1274 verwenden die Breuberger dann das bekannte Wappen, in Silber zwei rote Balken. Die Frankensteiner aber nahmen mit der Namensänderung ein neues Wappen an, im goldenen Schild ein schräggelegtes rotes Wolfseisen. Der Biograf der Frankensteiner, Pfarrer Weisgerber, vermutet, dies könne das Wappen der Edlen von Weiterstadt gewesen sein, das die Frankensteiner nach deren Aussterben übernahmen. Da aber kein Wappen dieser Sippe überliefert ist, bleibt dies Vermutung.

Die Heraldiker weisen jedoch darauf hin, daß es sich um ein „redendes Wappen“ handeln könne, denn im Mittelhochdeutschen bedeutet der alte Beinamen „Reiz“ der Lützelbach-Breuberger das beköderte Lockmittel einer Tierfalle. Und zu den Tierfallen gehörte auch das Wolfseisen.

Als Wolfsfalle diente schon um 800 die Wolfsangel, ein Eisenstück mit zwei oder mehr gegenläufigen Spitzen, die mit dem Köder gespickt dem annehmenden Tier grausame Verletzungen zufügten. Im hohen Mittelalter hat man diese Wolfsangeln erweitert: Sie wurden mit einer Kette an einem ankerförmigen Oberteil (dem Wolfseisen) befestigt. Die Innenseiten dieses Wolfseisen waren geschärft und konnten so an einem Ast eingehakt werden. Dadurch hing die beköderte Wolfsangel in Sprunghöhe des Tieres.

Dieses Oberteil ist in verschiedene Adelswappen – so auch der Frankensteiner – eingegangen. Nicht immer hat man die Bedeutung dieses Wappenbildes richtig gedeutet. So sah man in ihm einem Halbmond (= Arbeitsgerät der Schuster, Sattler und Gerber). Selbst das Standardwerk der Heraldik, der „Neue Siebmacher“, spricht von einer „Streitaxt ohne Stiel“, was immer damit gemeint ist.

Vergleiche mit Wolfsfallen in verschiedenen Museen bestätigen jedoch die Bezeichnung w-olfseisen, die njun auch in amtlichen Wappenbeschreibungen verwendet wird, so für das Wappen der Gemeinde Mühltal, in deren Gemarkung Nieder-Beerbach die Ruine Frankenstein liegt und die deshalb das Wolfseisen im Gemeindewappen führt.

























Verfasser
Heinz Bormuth







Das Wappen der Frankensteiner



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