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Personalia

Stand: 21.10.2011 

 

 

 


 

Adam Breitwieser (Nieder-Beerbach)

„Ein Beerbacher Urgestein“ sagen manche zu Adam Breitwieser, dem Kenner der Nieder-Beerbacher, ihres Dorfes und dessen Vergangenheit. 1929 im Heimatdorf seiner Vorfahren geboren, erlernte er das Wagnerhandwerk im elterlichen Betrieb, wurde aber schon im Alter von 16 Jahren zum Reichsarbeitsdienst einberufen und erlebte noch als jugendlicher „Soldat“ die letzten Kriegstage – um vom „Feind“ nach der Gefangennahme sogleich nach Hause geschickt zu werden.

Zwar legte Adam Breitwieser 1952 noch die Meisterprüfung in seinem Beruf ab, wohl wissend, daß dieses Handwerk (Wagnerei, norddt. Stellmacherei) in der neuen technischen Entwicklung keine wirtschaftliche Zukunft mehr haben werde. Seit 1953 bis zu seinem Ruhestand arbeitete er im Vermessungswesen, zunächst bei der Stadt Darmstadt, später bei der Hess. Elektrizitäts-AG (Heag).

Als Einheimischer engagierte sich Adam Breitwieser von jungen Jahren an in den örtlichen Vereinen und ist ihnen in vielen Bereichen auch im Alter treu geblieben. Dem örtlichen Geschehen widmete er sich über Jahrzehnte als Berichterstatter für das damalige Darmstädter Tagblatt über das kommunale, kulturelle und soziale Leben in Nieder-Beerbach. Breitwieser schaut aber auch über den eigenen Kirchturm hinaus, war Mitarbeiter in der überregionalen Sportpresse (daher persönlicher Bekannter von Max Schmeling), er ist aktiver Mitarbeiter auch in Vereinen und Verbänden in etlichen Nachbarorten oder in überörtlichen Vereinigungen.

Adam Breitwieser ist die erste Adresse, wenn es um Fragen aus der reichen Geschichte Nieder-Beerbachs mit der Burg Frankenstein oder deren Herrschaft bis zum Übergang auf Hessen 1662 geht. Die Zahl der Führungen auf der Burg, für die ihn Gruppen aus dem ganzen Land und darüber hinaus (ohne Honorar!) über die Jahrzehnte engagierten, ist nicht mehr zu ermitteln. Er kennt freilich auch die jüngere Geschichte wie kaum ein anderer aus Beobachtungen in einem langen, bewußten Leben. So manche verfehlte Entwicklung in seiner Gemeinde prangerte er an, und wenn's in Glossen in der Fastnachtsbütt war. Mit seiner Liebe zur Heimat, unter deren Kennern er einer der kundigsten ist, ist er ungewollt zur „Auskunftei“ für frühe und junge Beerbacher Heimatgeschichte geworden. Die Universität Gießen hat bei der Erarbeitung des sechsbändigen Südhessischen Wörterbuches bis zu dessen Abschluß im Sept. 2010 auf seine Kenntnisse der heimischen Odenwälder Mundart zurückgegriffen.

Text:
Volker Teutschländer






Adam Breitwieser
im heimischen Garten vor dem historischen Rosenstrauch
vom Alten Schloß